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Dienstag, 21. November 2017
50. Bieler Lauftage 2008 Drucken
Geschrieben von Franz Lakämper   
Donnerstag, 19. Juni 2008
Die Nacht der Nächte in Biel 

 

„Irgendwann musst Du nach Biel“ schrieb der Stuttgarter Laufpionier Werner Sonntag
schon 1978 in seinem gleichnamigen Buch. Die Lauftage in Biel im Schweizer Kanton
Bern ziehen alljährlich im Juni Ausdauersportler aus aller Herren Länder in ihren Bann.
Zum 50-jährigen Jubiläum der Veranstaltung  am 13. Juni 2008 meldeten sich insgesamt
5100 Sportler auf  verschiedenen Strecken an. Dieses bedeutete einen neuen Teilnehmerrekord und bestätigt wieder einmal den Stellenwert der Bieler Lauftage als traditionsreichste und größte Ultramarathonveranstaltung Europas.

 

Die Königsstrecke der Bieler Lauftage ist der 100 km Ultramarathon. Die Besonderheit dieses Wettkampfes ist, dass er abends um 10.00 Uhr am Eisstadion in Biel gestartet wird und die Läufer durch die Nacht der aufgehenden Sonne entgegenlaufen. Gelaufen wird eine große 100 km Runde mit insgesamt 650 Höhenmetern. Als besondere Schwierigkeit erweist sich ab Kilometer 57 ein holpriges 10 Kilometer langes Teilstück, der Emmendamm, welcher in Läuferkreisen auch scherzhaft „Ho-Chi-Minh-Pfad“ genannt wird. Wenn die Läufer hier unterwegs sind, ist es immer noch stockdunkel, weswegen man trotz Einsatzes einer Stirnlampe sehr auf den Untergrund achten muß um nicht zu stürzen. Gegen 5.00 Uhr erreichen die schnellsten Läufer wieder das Eisstadion in Biel, Zielschuß ist nach 21 Stunden, also am Samstagabend um 19.00 Uhr.

 

Der Herausforderung „100 Kilometer“ stellten sich insgesamt 2750 Läufer, unter ihnen auch 7 Ausdauersportler vom Laufspass SW Sende. Martin Peschtrich, der den Lauf im Jahre 2001 schon einmal gefinisht hatte, war auf die Idee gekommen seinem Laufkollegen Dieter Meyer einen besonderen Rahmen zu seinem insgesamt hundertsten Marathon zu schaffen. Rainer Lauströer, Dirk Petersilie, Michael Pollmeier, Karl-Heinz Stückerjürgen und Franz Lakämper ließen sich von der Idee anstecken und begleiteten die Beiden. Bereits am Mittwoch schlug man Quartier in der Bieler Vorstadt auf und fieberte dem Start am Freitag um 22.00 Uhr entgegen. Obwohl die Strecke den Läufern alles abverlangte, erzielten die Sternchenläufer eine Finisherquote von 100 Prozent. Alle sieben Sender erreichten mit sehr guten Zeiten das 100 Kilometer Ziel. Der Stolz, eine Strecke gelaufen zu sein, die sich der Großteil unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft nicht einmal mehr mit dem Fahrrad zutraut, besiegte am Ende die Schmerzen.

 

Martin Peschtrich spielte dabei seine Streckenkenntnisse aus und erreichte in 9 Stunden und 21 Minuten als 127. Gesamt und 27. seiner Altersklasse M45 als schnellster Sender das Ziel. Gefolgt von Karl-Heinz Stückerjürgen, der die 100 Kilometer in 9:35 Stunden zurücklegte und damit 173. Gesamt und 39. der Altersklasse M45 wurde. Es folgten Rainer Lauströer in 9:53 Stunden (264.Gesamt, 46.M35)  und Franz Lakämper in 10:22 Stunden (398.Gesamt, 100. M40). Der Jubilar Dieter Meyer erreichte in 10:40 Stunden als 499. und 72. der Altersklasse M50 das Ziel. Ebenfalls gut vorbereitet zeigten sich Michael Pollmeier 11:07 Stunden (632. Gesamt, 161. M45) und Dirk Petersilie 11:09 Stunden (643. Gesamt, 159. M40).

 

Alle Sender Läufer waren mit den erzielten Zeiten sehr zufrieden. Für die 700 Kilometer lange Heimreise am Sonntag nahm man dann aber doch lieber das Auto zu Hilfe.

 

 

 

Eingangs genannter Werner Sonntag ließ sich übrigens das Jubiläum auch nicht entgehen und erreichte im stolzen Alter von 82 Jahren und nach überstandener Bypassoperation in 19:49 Stunden als erster der Altersklasse M80 das Ziel.

 

Zur Webseite der Bieler Lauftage
Wer möchte kann sich hier die Laufstrecke ansehen (Laufstrecke Biel hier anklicken)

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 17. Februar 2010 )
 
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