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Dienstag, 21. November 2017
New York Marathon 2010 - Laufbericht
Geschrieben von Ruppertz   

Ein Sternchen alleine beim New York Marathon 2010 

Seit einigen Jahren ist es mein Wunsch einmal den New York Marathon zu laufen und aus Anlass meines 50. Geburtstages hat mir meine liebe Frau Roswitha diesen Traum zum Geschenk gemacht.

  

Marathon Messe - Startunterlagen

(Alle Bilder lassen sich durch anklicken vergrößern!)

 

Nach unserer Stadtrundfahrt wurden wir direkt bei der Marathonmesse abgesetzt.

Um in den Messebereich zu gelangen mussten wir uns zunächst an einer langen Warteschlange anstellen. Es dauerte aber nicht sehr lange und dann waren wir schon bei der Eingangskontrolle. Dort musste man sich ausweisen und die Teilnahmebestätigung vorzeigen.

Im Messebereich fand man mühelos die Ausgabe der Startnummern und ohne Wartezeit erhielt ich sofort die begehrten Startunterlagen. 

 

Der Streckenplan war ein beliebtes Hintergrundbild.

Die Marathonstrecke führt durch die 5 Stadtteile New Yorks. Der Start ist in Staten Island und dann folgen Brooklyn, Queens, die Bronx und Manhattan.

  

Friendchiplauf

 

Morgens um 8.00 Uhr traff sich unsere Reisegruppe und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zum Startplatz des Friendshiplaufes. Das Reisebüro hatte uns diese giftgrünen Shirts angefertigt und dadurch konnten wir uns während des Laufes immer gut erkennen und wiederfinden. 

Viele aus unserer Reisegruppe wollten auch den Marathon in dem Shirt laufen, aber für mich stand natürlich fest, dass ich im Sternchentrikot laufen werde!!!

 

Auf dem Weg zum Startplatz begegnete uns diese lautstarke brasilianische Gruppe.

Mit einem der Brasilianer habe ich dann später mein grünes Shirt gegen ein brasilianisches Fußballtrikot getauscht.

Beim Friendshiplauf ist es Tradition Sachen zur Erinnerung an den Lauf zu tauschen.  

 

Die Laufstrecke startete auf einem kleinen Platz an der First Avenue und führte uns durch die Wolkenkratzer entlang der 6th Ave zum Columbus Circle und schließlich zum Ziel in den Central Park.

Die Strecke war insgesamt ca. 4,5 km lang und es gelang uns trotz der Menschenmenge tatsächlich ein bisschen zu laufen.

(Strecke hier ansehen)

 Sehr auffällig und am Besten verkleidet waren eindeutig die Japaner, viele hatten ganz traditionelle Gewänder an.
 

Die Briten fallen natürlich wie immer auf und waren auch was die Kälte anging wieder einmal völlig schmerzfrei!

Immerhin schien die Sonne es waren ca. 5° Grad plus, da braucht ein Engländer keinen Kälteschutz ;-)!

 

Im Zielbereich sind auf beiden Seiten Tribünen, diese waren beim Friendshiplauf noch unbesetzt.

Leider konnten wir uns an dieser Stelle schon einmal davon überzeugen, dass die Laufstrecke vor dem Zieleinlauf über ca. 200m ordentlich ansteigt und wir uns dafür noch ein paar Körner aufsparen sollten.

 

Am Ende des Laufes gab es dann für alle ein bisschen Verpflegung.

Bagels, Bananen, Äpfel und natürlich Wasser.

 

Das morgige Ziel vor Augen!

In Gedanken ist man bereits beim Marathonlauf und freut sich schon auf das bevorstehende Ereignis.

Hoffentlich passiert nichts mehr und jeder von uns steht morgen gesund an der Startlinie und schafft es wirklich hier anzukommen???

 Weitere Bilder vom Friendshiplauf gibt es in der Bildergalerie zu sehen.

 

New York Marathon 2010

 

Gemeinsames Warten auf den Bus mit unseren Lauffreunden von der LG Oerlinghausen.

Der Bus holte uns um ca. 6.00 Uhr vom Hotel ab und fuhr uns dann auf einer Nebenstrecke zum Startbereich in Staten Island.

 

Melanie + Heike dick eingepackt in Skianzügen.

Heike beendete den NY-Marathon als schnellste Deutsche in einer Zeit von 3:10:33 Std.

Melanie + Heike haben mir übrigens ihren Start bei unserem kommenden Sternchenlauf am 22.6.2011 zugesagt.

   
 

Auf der Fahrt zum Startbereich habe ich Thomas kennengelernt. Er hat den NY-Marathon von seinem Chef geschenkt bekommen und es sollte sein 1. Laufmarathon werden.

Thomas kommt aus der Skaterszene und ist schon mehrere Inlinermarathons gefahren. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe braucht er auf Inlinern ca. 1:20 Stunden für den Marathon z.B. in Berlin.

 

Um ca. 7.00 Uhr waren wir mit unserer Marathongruppe mit dem Bus vor dem Startgelände angekommen. 

Beim gemeinsamen Fußmarsch ins Startgelände wurden wir ständig aufgefordert unsere Startnummern zu zeigen bis wir schließlich eine Endkontrolle durchschritten.

Auf dem Gelände zerfiel unsere Gruppe recht schnell in alle Richtungen und nach kurzer Zeit waren nur noch kleine Gruppen zusammen.

 

 

Wir hatten ca. 5° Grad und einen eiskalten stärkeren Wind. Zum Glück schien die Sonne aber trotzdem war es lausig kalt. Ich hatte mir zum Schutz vor der Kälte jede Menge alte Klamotten angezogen und einen Schlafsack + 2 Styroporplatten mitgenommen. 

Mit meinen Lauffreunden von der LG Oerlinghausen und mit Thomas bin ich dann in das Zelt im Hintergrund gezogen, dort war es nicht so windig und die Kälte war ganz erträglich.  

 

Nach einer Wartezeit von ca. 2 3/4 Stunden war es endlich soweit und wir konnten uns für den Startblock fertig machen. Mir hatte jemand erzählt man dürfe die warmen Pullover usw. nicht mit in den Startblock nehmen und deshalb habe ich mich vorbildlich schon vorher nackig gemacht.

Ich hatte als Startzeit 10.10 Uhr (2. Welle Orange Zone)

Zur Erklärung: Es wird in 3 Wellen gestartet.

1. Welle 9:40 Uhr 2. Welle 10.10 Uhr und die 3. Welle 10.40 Uhr

 

 

Hier befinde ich mich nun in der mir zugewiesenen Orangen Startzone, aber noch nicht vor der Brücke sondern nur auf dem Weg dorthin.

Die Info mit den Klamotten war übrigens falsch und so durfte ich dann noch 30 Minuten richtig frieren ;-)! Alle anderen waren immer noch mollig warm angezogen :-)))

 

Hier befinden wir uns nun vor der Startbrücke eingerahmt von leeren Bussen. Das ist natürlich in Berlin bei weitem schöner!

Thomas war immer noch an meiner Seite und wir hatten beschlossen die ersten 3-4 Km zusammen zu laufen.

Dann kam der Startschuß und es ging endlich los!

 

Bei jeder Welle starten 3 Farbzonen: Grün, Orange und Blau

Grün läuft auf der unteren Ebene der Brücke und auch die Strecke ist bis zur 3. Meile etwas anders.

Orange läuft auf der linken oberen Fahrbahn und Blau rechts. Orange und Blau trennen sich hinter der Brücke für wenige Meter und laufen dann wieder zusammen.

Alle 3 Farben sollen 42,195 km sein ;-)! 

 

Zu den Klängen von Frank Sinatra: New York, New York überlaufe ich die Startline (von der Nationalhymne habe ich nichts gehört).

Als erstes müssen wir die Verrazano-Narrows Bridge, die Staten Island mit Brooklyn verbindet überqueren. Die Brücke ist ca. 3 km lang und die Aussicht auf der Brücke Richtung New York war schon beeindruckend.

Auf der Brücke mussten wir gut aufpassen, damit wir nicht über einen der vielen Pullover, die nun weggeworfen wurden, stolperten und stürzten!

   
 

Links neben der Brücke zeigte ein Feuerwehrschiff was es so drauf hat und feuerte aus allen Rohren. 

Ansonsten war auf der Brücke ausser den Läufern nicht viel los, denn Zuschauer gibt es hier nicht.

 

Das Bild zeigt den chilenischen Bergarbeiter, der nach 69 Tagen aus dem verschüttenen Bergwerk befreit wurde. Angeblich soll er Untertage trainiert haben. Auf dem Bild sieht man, dass er eher walkt als läuft. Trotzdem kann man vor der Leistung nur den Hut ziehen!

Ich habe ihn in Brooklyn irgendwo auf der Fourth Ave überholt, das Bild ist aber nicht von mir und wurde mir freundlicherweise von Frank H. zur Verfügung gestellt.

In Brooklyn waren noch nicht so viele Zuschauer an der Strecke, wie später in den anderen Stadtteilen.

 

Dieses Bild hat Frank H. von mir gemacht als ich mich gerade zu ihm umgedreht habe.

Frank ist gemeinsam mit seiner Freundin Silvia gelaufen, die in NY ihren ersten Marathon erfolgreich absolviert hat. Beide trugen die giftgrünen Shirts und deshalb konnte ich sie nicht übersehen. 

 

Dies ist ein sehr schönes Bild das ich beim Überlaufen der Pulaski Bridge geschossen haben.

Die Pulaski Brücke verbindet die Stadtteile Brooklyn und Queens.

Im Hintergrund sieht man Manhattan mit dem Empire State Building (links) und dem Chrysler Building in der Mitte des Bildes.

 

Hier laufen wir auf die untere Ebene der Queensboro Bridge. Die Brücke ist ca. 1 Meile = ca. 1,61 km lang und verbindet Queens mit Manhattan und ist in mehrfacher Hinsicht ein Highlight des NY-Marathons.

 1. Der Ausblick wieder voll der Hammer Richtung Manhattan
 

2. Der Anstieg auf der Queensboro Bridge ist recht anspruchsvoll und deshalb müssen hier auch einige gehen.

 

   
 3. Am Ende der Brücke läuft man in unglaubliche Zuschauermengen, die hinter der Brücke auf die Läufer warten. In einer Schleife läuft man dann unter der Brücke durch auf die First Avenue.
 

Die Marathonstrecke führt ca. 3,5 Meilen über die First Avenue durch Manhattan. Hier stehen an beiden Seiten tausende Zuschauer, die die Läufer lautstark motivieren Gas zu geben.

Bei Meile 17 wollten meine Tochter und meine Frau mich eigentlich anfeuern. Leider konnte ich meine Familie dort nicht finden und es hat sich dann später herausgestellt, dass es nicht möglich war dort hinzugelangen und gleichzeitig dann später am 2. Treffpunkt kurz vor dem Ziel zu sein.

 Am Ende der First Ave ging es dann über die Willis Avenue Bridge raus aus Manhattan über den Harlem River in die Bronx (Harlem). Dort liefen wir dann eine Meile durch Harlem über die 138th Street.
 Hier laufen wir auf die letzte Brücke, die Madison Avenue Bridge, die wieder nach Manhattan und dort dann auf die Fifth Avenue führt. Wer glaubte, dass es nun mit den Anstiegen vorbei ist, hatte sich getäuscht, denn da kam noch einiges!!!
 

Die Fifth Ave war wieder mit tausenden Zuschauern gesäumt, die uns anfeuerten. Die grelle Sonne und ein eiskalter Gegenwind waren etwas unangemehm.

Bevor es dann endlich in den Central Park ging, mussten wir einen längeren und wieder recht anspruchsvollen Anstieg laufen. Auch im Central Park geht es dann noch ein bisschen rauf und runter, da braucht man noch einige Körner!

Für Marathonanfänger ist der NY-Marathon schon eine harte Sache, da braucht man vor allem auf den letzten 5 Kilometern einen starken Willen und Durchhaltevermögen.

 

Geschafft!

Vom Zieleinlauf habe ich keine Bilder gemacht, weil ich da völlig abgelenkt war und den Moment richtig geniessen wollte.

Thomas war bis KM 40 mit mir zusammen gelaufen und dort haben wir uns dann leider verloren. Er kam dann ca. 80 Sekunden hinter mir ins Ziel und wir Beide konnten dann zusammen den Erfolg feiern.

(Strecke hier ansehen)

 

Weitere Bilder vom New York Marathon 2010 gibt es in der Bildergalerie zu sehen.

Resümee 

Alle Läuferinnen und Läufer unserer Marathongruppe sind gesund im Ziel angekommen, darunter waren auch viele Erstläufer. Herzlichen Glückwunsch noch einmal an Alle!

Die Bands an der Strecke haben mich nur selten überzeugt und beim Zieleinlauf hatte ich etwas mehr Stimmung seitens der Zuschauer erwartet. Die Verpflegung auf der Strecke und die Organisation des Laufes war OK.

315 Euro Startgebühr plus der Buchung über einen Reiseveranstalter ist schon sehr teuer, da kann man nur die Römer loben dort kostet der Start dieses Jahr 40 Euro ohne Zwangsbuchung.  

Der New York Marathon beeindruckt in erster Linie durch die fantastischen Ausblicke von den Brücken und natürlich durch die vielen begeisterten Zuschauer an der Strecke. Das wellige Profil der Laufstrecke hat mir Spaß gemacht, allerdings ist die Strecke für persönliche Bestzeiten dadurch nicht besonders gut geeignet, aber dafür haben wir ja schließlich Berlin.

Für mich war es ein tolles Erlebnis durch New York zu laufen und zusätzlich habe ich noch einen neuen Lauffreund kennengelernt!

Achso, kurz vor dem Ziel konnte ich dann noch meine Tochter Lara und meine Frau Roswitha an der Strecke umarmen und mich für das tolle Geschenk und die tatkräftige Unterstützung in New York bedanken.

Mit sportlichem Gruß

HJR

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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