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Dienstag, 26. September 2017
Helgoland Marathon 2007

MuschelsucherIn meets Marathoni – 10. Gerolsteiner Helgolandmarathon

Freitag (6:30 Uhr):
Als LäuferInnen sind wir es ja gewohnt uns über viele Dinge zu sorgen. Während unsere Bande vom Laufspass SW Sende müde im Frühbus von Schloß Holte Richtung Cuxhafen sitzt, stellt sich schon die erste Quiz Frage: Werden heute überhaupt Schiffe nach Helgoland fahren? Alle gestrigen Schiffe zur Insel waren wegen Sturm abgesagt worden. Auch für heute sind Windstärken 6-7 vorhergesagt – und wie steht es überhaupt mit der Seetüchtigkeit aller VereinskollegInnen?!
Ab 8:00 Uhr Entwarnung. Alles nach Plan – Schiffe und Katamaran verkehren. Helgoland wir kommen!

Schon bei der Ankunft auf der Insel ist alle Müdigkeit & Laufaufregung vergessen:
Eine Insel ohne Autos - hier haben Fußgänger Vorfahrt. Was wir Läufer schon immer praktizieren ist hier Alltag. Der gemeinsame Aufwärmtrab führt uns zur Jugendherberge – schöne Erholung nach stundenlangem sitzen in Bus und Katamaran. Langsam weicht auch bei der letzten Landratte die Blässe der Überfahrt aus dem Gesicht...

Die Jugendherberge - insbesondere die Einrichtung der Zimmer lehrt uns den Begriff spartanisch wieder neu zu definieren. Die Größe der Betten ist offensichtlich an Gäste mit maximal 160cm Körpergröße ausgerichtet. Was soll's – wer verbringt währeng des Wochenendes hier überhaupt Zeit auf den Zimmern – geschweige denn im Bett!

Das nächste Highlight des Tages "Startnummernausgabe" nähert sich. In der Nordseehalle werden Startnummern & unzählige Werbegeschenke überreicht. Das exclusive Finisher Shirt von Gerolsteiner fällt groß aus. So manch zierliche Frau schaut beim Anprobieren aus, als trüge Sie bereits die Decke vom Zieleinlauf... Endlich sind alle an- und umgemeldet und bestens gerüstet für den großen Tag!

Samstag:
8:30 Uhr: Sammeln zum Vereinsphoto – danach geht’s gemeinsam in Richtung Start.



(Bild mit freundlicher Genehmigung von Dirk Petersilie)


Eine frische Brise und leichter Nieselregen vertreibt auch bei der letzten Schlafmütze die Müdigkeit.
Es folgen noch ein paar halbherzige Versuche sich vor dem ersten Wettkampf warmlaufen. Die meisten folgen jedoch ihrem Pinguin-Instinkt und kauern sich unter Vordächern regen- und winddicht zusammen. Die Plastiktüten Modenschau der professionell vorbereiteten Teilnehmer lässt zum Glück die Zeit schnell vergehen. Erstaunlich was sich aus einem gelben Sack alles zaubern lässt. Giorgio Armani wäre bestimmt beindruckt...

9:00 Uhr: Startschuß Mini-Marathon:
Die 243 StarterInnen trotzen heldenmutig dem drohenden Regen. Der jetzige Rückenwind sollte sich auf dem Oberland dann als Gegenwind herausstellen...




(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)


Einige Marathonis sprechen noch ihre Gebete an den Wettergott!
9:15 Uhr:
Nachdem auch unser Spitzenläufer Karl-Heinz (Photo unten - ganz rechts) den Weg vom Notklo in den Startbereich gefunden hat, macht sich die Meute beim Startschuß auf den Weg.




(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)


Mittlerweile regnet es. Ich bin schon am laufen und will mich nur kurz meinem wärmenden Baumwoll-Anti-Regen-Shirt entledigen. Leider fliegt es in hohen Bogen einem Zuschauer ins Gesicht. Sorry, Sorry – schuld war der Wind! (Immerhin scheint mein abgelegtes LeFrog Shirt der aktuellen Mode auf Helgoland zu entsprechen, denn nach dem Rennen trägt es eine der ZuschauerInnen!

Höhepunkt der ersten Runde ist im wahrsten Sinne des Wortes "der Düsenjäger" eine steile Rampe vom Unterland hoch zum Oberland über ca. 50 Höhenmeter mit zum Teil 40% Steigung. Gestern beim Spazierengehen war ich oben schon ausser Atem – heute ist es schlimmer.



(Quelle: Bernd Köhler)

Da trösten die beiden Vereinskollegen Ingo und Martin mit denen ich als Dreier-Gespann lauf doch sehr, schließlich zeigen sie mit Ihren leuchtend violetten Sternchenhemden den Weg direkt in die Arme der Samba Band! Cooler Rhythmus gibt hier allen wieder Kraft und Anschub für die erste Runde auf dem Oberland.

Ahh – die erste Verpflegungsstation taucht auf, doch Socken, Schuhe, Shirts und Haare sind vom Dauerregen noch ausreichend hydriert, so daß ich dankend die erste Wasserbecher Runde vorbeiziehen lasse. Ingo & Martin hingegen trinken schon jetzt vorbildmäßig!

Zuschauer sind zu diesem Zeitpunkt auf dem Oberland Mangelware, obwohl ich den Eindruck habe, dass einige der anwesenden Schafe uns aufmunternd zuzwinkern? Irgendwelche Photografen machen Photos von durchnässten LäuferInnen. Wir schleppen uns unbeirrt im Regen über's Oberland bis zum Tunnel, der uns runter in den Hafen schicken soll. Direkt nach dem Tunneltreffen wir noch auf einige Mini-Marathonis aus unseren Reihen! Der erste Lichtblick des Tages

Das berüchtigte Hafenviertel – der Feuerwehrmann Gerd mit seinem lustigem Hut macht uns Mut und weist den Weg.



(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)


Wie können wir auch ahnen, dass zu Beginn der Wendepunkt-Strecke eine Import Oase auftaucht?


(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)




(Bild mit freundlicher Genehmigung von Stefan Dierker)



Palmen spenden Schatten. Fernöstliche Delikatessen wie Kamelknödel, Wüstensandkuchen und Ali-Rhabarberkuchen werden hier von Salome und ihren Helferinnen gereicht. Geblendet von Perlen, Purpur und Gold nimmt unsere Gruppe dankbar einige Erfrischungen entgegen. Hier treffen wir auch schon einige Spitzenläufer auf Gegenkurs und feuern unsere vom Wendepunkt kommenden Sternchen Dirk & Ruppi an!


(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)


Der ca. 1 km lange Weg zum Wendepunkt hat es in sich! Wind und rutschiger Algenbelag auf dem Beton des Wellensturzbeckens erfordern Vorsicht! Doch was ist das? Fetzige 80er Jahre Musik und buntgekleidete Gestalten am Ende des Stegs?


(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)


Beim Näherkommen entpuppt der Wendepunkt sich als Geheimtipp und Läuferkneippe von mexikanischen Banditos geleitet, die jedem verdurstenden einen Drink spendieren!
Unsere Sternchen Dirk & Ruppi nutzen den Service gleich für eine erste Bestellung!



(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)

Hey - lasst noch was übrig für den Sternchendreier!

(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)


Neben Cola erblicken wir jede Menge Getränke dort – die nicht alle wie offizielle Marathon-Verpflegung aussehen )



(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)


So - Runde 1 wäre fast geschafft – dachte ich zumindest. Ingo & Martin beschliessen noch im Hafen Ihre überfüllten Tanks zu leeren. Während ich die Läufer zähle, die in dieser Zeit an uns vorüberziehen, sehe ich den Wasserpegel im Bereich des Hafenbeckens bedenklich steigen! Hoffentlich kriegen wir keinen Ärger mit der Hafenaufsicht Nach einer kurzen Ermahnung an die Kollegen sind wir wieder gemeinsam auf dem Weg zum Startbereich und somit Runde 2.

Immerhin klart es auf dem Weg zum Oberland auf und wir geniessen dass Trocknen unserer Socken und die zunehmende Zahl der Fan's an der Strecke. Auch auf die Samba Band am oberen Ende des Düsenjägers ist Verlass. Präzise geben die Damen den Takt an und bringen gute Laune für Läufer und Zuschauer.

Kaum kehrt das Gehör zurück in die Ohren vernehmen wir punkige Klänge! Hinter mannsgroßen Boxen verschanzt sich in der Nähe des Leuchtturms eine Clique eingeborener Jugendlicher und beschallt die Strecke mit Deutschrock: Gute Idee! Hilft unseren Beinen den Rhythmus zu halten...




(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)


Nach dem Tunnel abwärts Richtung Hafen verschaffen sich die Zuschauer schon mächtig Gehör.
Die Stimmung hier an der "bunten Kuh" ist super und verleitet wie so oft zu schnell bergab zu laufen.

Und ab geht’s Richtung Feuerwehrmann Gerd, den wir wieder einmal nach dem Weg fragen müssen...
Hier im Hafen ist immer viel los auf der Strecke und wieder treffen wir unsere beiden Laufsternchen Dirk und Jürgen auf Höhe der Oase. Hier werden alle Läufer in beiden Richtungen vortrefflich versorgt und wir machen uns gestärkt auf den Weg Richtung Wendpunkt, den wir wie durch ein Wunder ohne Stürze trotz starken Gegenwinds erreichen.
Speedy Gonzales und seine Gefährten empfangen uns wie immer mit super Musik und guter Laune.



(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)

Wir freuen uns schon auf Runde 3!

Unser Sternchen Kajo an der "Bar":


(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)


Und unser Damen SternchenDreier:


(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)


Beim Rückweg über die Beton-Mole treffen wir unser stets fröhliches & gut gelauntes Sternchen Gisbert:


(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)


und auch die als vermisst gemeldete Sonne meldet sich zurück und bescheint von nun an beständig jeden unserer Schritte. Unsere 4-lagige Thermo-Lauf-Ausrüstung wird zu Qual. Beim Versuch uns dieser diskret zu entledigen gibt es kurz vor Runde 3 einen Verweis vom Feuerwehrmann Gerd dem unser "Striptease" wohl nicht gefällt.
Nur knapp einer Verhaftung entgangen geht es also in Runde 3, wo vor der Nordseehalle erst einmal ein großes Hallo und Wiedersehen mit allen Laufspass-Sternchen Mini-Marathonis stattfindet. Natürlich ist auch Zeit für ein Photoshooting




(Quelle: Bernd Köhler)


Auch der dritte Düsenjäger tut unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Die Samba-Band zeigt sich inzwischen im hellen Sonnenlicht und das Oberland erstrahlt in gleissender Sonne.
Auch die Damen von der erste Verpflegungsstation hier oben sind auf Zack. Sie kennen schon unsere Lieblingsgetränke! Wow - was für eine Service!




(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)


Ganz nebenbei machen wir auf dem Oberland eine einmalige Entdeckung. Wer sich schon immer gefragt hat, wo die berühmten Teletubbies ihr Zuhause haben – der sollte nach Helgoland kommen. Grüne, rasige Hügel, skurille Windräder – Ja, hier müssen die bei Klein und Groß bekannten Fernsehelden gefilmt worden sein. Wir laufen quasi durch Film-Kulissen...



(Bild mit freundlicher Genehmigung von M. Richters)

Gute Laune, viele Fans und "die Band" am Leuchtturm
trägt uns übers Oberland. Auf dem Weg durch die Tunnelpassage runter zum Hafen trauen wir unseren Ohren nicht.
Hier herrscht bessere Stimmung als beim Rio-Karnevall. Viele Zuschauer und ganz besonders Sternchen Fan's heizen hier die Stimmung mächtig auf. Wir wussten gar nicht wie viele Lieder es mit "Sternchen" so gibt - bis heute...

Steigende Temperaturen teiben uns förmlich in Salome's Oase, wo wir gerne länger verweilt hätten. Leider reicht die Zeit nur für einen Iso-Drink, aber wir kommen noch einmal wieder – versprochen!

Einige ¡Arriba! ¡Arriba! ¡Ándale! ¡Ándale! Rufe später erreichen wir schon den Wendepunkt bei unseren mexikanischen Freunden und genehmigen uns ein paar schnelle Schlücke unseres Lieblingsgetränks "TeqCola".




(Bild mit freundlicher Genehmigung von Ponsky)

Wenn wir es jetzt noch ohne Sturz ins Hafenbecken bis in Runde 4 schaffen könnten – das wäre unglaublich!

Runde 4: "Die Runde zum geniessen"
Der Marathon geht spürbar seinem Höhepunkt zu! Viele Fan's, Familien, Freunde und Mini-Marathonis, sind allerorten an der Strecke und feuern an, was das Zeug hält. Wir erklimmen ein letztes Mal das Oberland via Düsenjäger. Unser Ruf "Iso für Ingo" eilt uns an den Verpflegungsstationen schon vorraus. Alle sind bestens versorgt – nur der Wind hat in der letzten Runde auf dem Oberland empfindlich zugenommen. Viele Laufmützen am Wegesrand künden von glücklosen Läufern, die ihre Gabe an den steifen Nordseewind schon geopfert haben. MuTige Troisdorfer in Ihren gelben Windbreakern schenken uns einige Momente Erholung in Ihrem Windschatten.
Ingo und ich drängen uns hinter Martin alias Lukas Lokomotivführer zusammen und umkreisen ein letztes Mal das Oberland wie Jim Knopf mit seiner Lok Emma das berühmte Lummerland.




(Bild mit freundlicher Genehmigung von M.Richters)


Beim Weg runter ins Unterland stimmen auch Krankenhauspersonal und Tagesgäste in den Stimmungskanon ein! Bergablauf ist wie Fliegen nur leider fehlen uns die Flügel. Gerd der Feuerwehrmann ist noch immer der Fels in der Brandung. Pflichtbewusst lenkt er uns erneut in die richtige Richtung! Verpflegung bei Sherazade und Mexikanische Drinks geben uns noch einmal Kraft.
Mancher Marathoni hat auf den letzten 3 Kilometern vor dem Ziel leider Pech. Wir versuchen verkrampfte Waden aufzumuntern und zum laden zum Mitlaufen ein! Im Hafenbecken winken uns die Meerjungfrauen einen Abschiedsgruss zu – oder sind es die doch nur die freundlichen Helfer auf dem SAR-Rettungsboot?




(Bild mit freundlicher Genehmigung von C. Gerteler)

Offensichtlich leiden unsere Gehirne bereits unter dem akutem Wassermangel.
Ein letztes Mal nähern wir uns der Fata Morgana und durchqueren das wunderbare Morgenland.

Insel Paradies Helgoland!

Tropisches Klima und Karibik-Feeling inmitten des wärmenden Golfstroms & strahlenden Sonnenscheins beflüglen alle Marathonis auf den letzten Runden!




(Bild mit freundlicher Genehmigung von C. Gerteler)



Der breitschultrige Thomas vom "Berliner SGW 05" hilft uns bei der letzten Passage gegen den Wind. Irgendwie schaffen wir es durch den Hafen bis auf die Zielgerade.
Die Stimmung ist einmalig. Viel Applaus und tolle Samba-Musik tragen uns zusammen mit Vivian und Beata ins Ziel!




(Bild mit freundlicher Genehmigung von S. Konjack)

Der SternchenDreier ist gelandet!



(Quelle: Bernd Köhler)

Der Tag danach...
Wer am Tag danach etwas Zeit auf der Düne verbrachte, dem sind sicherlich die süßen Seehunde aufgefallen. Die ansonsten menschenscheuen Tiere winken heute freundlich mit Ihren Flossen, dann sicherlich wissen sie, dass Ihnen heute von den wackelig & steif am Strand spazierengehenden Marathonis keine Gefahr drohte...



(Bild mit freundlicher Genehmigung von Dirk Petersilie)

Fortsetzung folgt!

Danke an alle Fan`s, Finishern, Fotografen, Freunden und Familien und ganz besonderes allen Helgoländern, die geholfen haben diesen Marathon zu einem unvergesslichen Erlebniss zu machen!


Weitere Bilder vom Laufspass beim Helgoland-Marathon gibt es hier!

 

Verfasser: Bernd Köhler

 
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