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Dienstag, 21. November 2017
Hamburg Marathon 2011 von Sabine Dopheide

Ein aufgeregtes Sternchen beim Hamburg-Marathon - oder der glücklichste Mensch der Welt! 

Nach einem erfolgreichen Hermannslauf-Training unter Anleitung unserer hoch motivierten Laufspass-Trainer und einem schönen Hermannslauf ging das Training für den Hamburg-Marathon in die zweite Phase und die Anspannung wuchs. Schon eine Woche vor dem großen Tag viel es mir schwer ruhig zu schlafen. Ungefähr so habe ich mich schon als kleines Mädchen gefühlt, wenn der Weihnachtsmann kam. Während der Vorbereitung auf den Hermannslauf und meinen ersten Marathon haben mich immer wieder Krankheiten zurückgeworfen. Zeitweise musste ich meinen Trainingsrückstand allein aufholen, aber dadurch habe ich mich nicht entmutigen lassen. Dabei haben mir meine Erinnerungen an meinen Laufeinstieg vor zwei Jahren als “talentfreie Gurke mit Biss“, die schon nach anderthalb Minuten nach einer Unterbrechung lechzte, geholfen. Auch damals habe ich mich nicht beirren lassen und kann heute sechs Stunden laufen. Die Aufmunterungen von Jürgen und anderen Laufspassfreunden haben mir dabei sehr geholfen.

Schon am Samstag - bei der Abholung der Startunterlagen - habe ich das erste Mal ein Kribbeln in der Magengegend gespürt. Am nächsten Morgen begann der Tag der Tage mit einem eher kargen Frühstück vor dem Lauf. Die letzten Vorbereitungen für den Lauf wurden mit vor Anspannung leicht zittrigen Händen erledigt. Auf dem Sammelplatz kurz vor der Aufstellung in den Startblöcken zeigte sich wieder einmal wie klein die Welt ist. Von hinten kam ein Läufer heran und rief laut: “Ey, Dich kenne ich vom Hermannslauf. G… !!!“ Die Anspannung wich für einen Moment lautem Gelächter. Anschließend erfolgte die Aufstellung in den Startblöcken und die Nationalhymne wurde live gesungen. Ein ergreifender Moment. Dann kam der erlösende Startschuss und die Teilnehmer wurden in mehreren Wellen auf die Strecke geschickt.

Wider Erwarten war es schon morgens beim Start warm und die Temperaturen stiegen bis auf 28 Grad. Der Asphalt strahlte die Wärme unbarmherzig zurück. Schon früh hörte man erste Rettungsfahrzeuge, und auch ich war mir nicht sicher, ob ich dass Ziel erreichen würde. Schließlich war dies ja mein erster - aber ich kann es schon vorwegnehmen - nicht mein letzter Marathon!

Besenwagen jagt MarathOmi!!!“ so oder ähnlich hätte es wohl die große Boulevardzeitung mit den vier Buchstaben formuliert, was sich bei meinem ersten Marathonlauf zwischen Kilometer 21 und 31 zugetragen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatte es der kleine, ganz in rot gekleidete Schlussläufer mit seiner roten Laterne und dem roten Piratentuch auch auf mich abgesehen. Er kam näher und näher. Wenn er mich überholt hätte, wäre dass Rennen für mich im wahrsten Sinne des Wortes “gelaufen“ gewesen. Nicht mit mir! Wofür hatte ich denn so lange trainiert und mich entsprechend den Empfehlungen von Jürgen und Karl-Heinz auf diesen Tag vorbereitet. Während dieser Phase hat mich mein Mann Hartmut begleitet und immer wieder mit “Kübeln voller Wasser“ gekühlt und mich dabei fast von der Straße geschwemmt. Wie in den Trainingseinheiten in den Wochen vor dem Marathon hat er mich aufgemuntert und angespornt. Mit jedem Kilometer wuchs mein Ehrgeiz die Läuferinnen und Läufer vor mir noch zu überholen und den “roten Nachtwächter“ weit hinter mir zu lassen. So konnte ich mit “Schaum vorm Mund“ noch fast dreißig LäuferInnen überholen. Ich habe die Zähne zusammengebissen und bin mit der zweiten Luft überglücklich im Ziel angekommen. Hier wurde ich für die Strapazen des Tages belohnt. Die immer noch zahlreichen Zuschauer applaudierten und haben mich beim Namen gerufen und so mit der tänzerischen Unterstützung der Cheerleaderinnen ins Ziel getragen. Schon mit Glückstränen in den Augen habe ich die Ziellinie überquert. Der Musiktitel “…she is crazy like a fool …“ von Boney M beschrieb das Erlebte absolut passend. Die La-Ola-Welle und die anschließenden Glückwünsche hätten mich ja fast noch umgeworfen. Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass alle auf mich gewartet haben. Abgerundet durch das gemeinsame Essen und das lustige Beisammensein in der Hotelbar ging für mich ein wunderschöner Tag zu Ende, den ich nie vergessen werde. Aber nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Berlin, ich komme!Insgesamt war es ein sehr schönes Wochenende mit netten Menschen in Hamburg. 

Eure Sabine Dopheide

 
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